Das Persönlichkeitsstörungs-Screening – Kurzform (PSS-K) basiert auf dem kategorialen Klassifikationsmodell von Persönlichkeitsstörungen. Es ist ein deutschsprachiges, kurzes, schnell durchzuführendes, und sensitives Screening-Instrument.

Nach DSM-IV oder ICD-10 müssen vor der Spezifizierung der Diagnose einer Persönlichkeitsstörung zuerst die allgemeinen Kriterien für das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung erfüllt sein. Das PSS-K kann im ersten Schritt der 2-stufigen Diagnostik anzeigen, ob genügend Evidenz für das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung vorhanden ist. Im zweiten Schritt werden mithilfe eines strukturierten Interviews oder weiterer Fragebögen die Verdachtsdiagnose verifiziert und gegebenenfalls spezifiziert.

Da sehr umfangreiche, zeitlich aufwändige oder in ihrer Anwendung gut geschultes Personal verlangende Interviewverfahren, die sehr zeit- und kostenintensiv sind, erst bei genügender Evidenz im zweiten Schritt zur Anwedung kommen, optimiert dieses Vorgehen die klinische Standarddiagnostik.

Das PSS-K erweist sich als reliabel und valide. Es zeichnet sich dadurch aus, dass mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit (Sensitivität = 0,93) alle potentiell an einer Persönlichkeitsstörung erkrankten Personen erkannt werden. Die Sensitivität des PSS-K ist im Vergleich zu bestehenden Screening-Fragebögen am höchsten; die Spezifität (Spezifität = 0,44) liegt im mittleren Bereich. Der positive prädiktive Wert und der negative prädiktive Wert des PSS-K sind im Vergleich mit den stark schwankenden Kennwerten aller Screening-Verfahren zufriedenstellend. Die Zielsetzung der Maximierung der Sensitivität bei gleichzeitig akzeptabler Spezifität ist erreicht.

Das PSS-K basiert auf einem Fragebogen zur dimensionalen Diagnostik von Persönlichkeitsstilen und -störungen, dem Persönlichkeitsselbstportrait (PSP), entwickelt von Oldham und Morris. Aus der deutschen Übersetzung des PSP wurde an der Poliklinischen Psychotherapieambulanz der Universität Osnabrück das Persönlichkeitsstörungs-Screening (PSS) entwickelt. Mit der Zielsetzung ein möglichst kurzes Instrument zu entwickeln, wurde das PSS auf eine Kurzform mit 8 Items (PSS-K) reduziert. Ausgewählt wurden die Items mit der höchsten Effektstärke, die am besten zwischen dem Vorliegen mindestens einer versus keiner Persönlichkeitsstörung, diagnostiziert nach dem SKID-II, differenzieren.

Die verbleibenden Items repräsentieren die Skalen:

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Fragebogen

Screenshot vom PSS-K-Fragebogen zum Beantworten für Ihre Patienten.

PSS-K-Fragebogen

Auswertung

Die Itemwerte der Antwortmöglichkeiten werden zum PSS-K-Gesamtwert aufsummiert.

Die Auswertung vom Fragebogen des PSS-K bekommen Sie in Ihrem Therapeutenbereich von Psydix angezeigt (Screenshot: PSS-K-Auswertung) und können sie zusätzlich als PDF-Datei zur Dokumentation im Praxisprogramm herunterladen (PSS-K-Auswertung als PDF-Datei).

Vorschau der PSS-K-Auswertung als PDF zum Speichern im Praxisprogramm:

PSS-K-Auswertung PDF Screenshot

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Interpretation

Laut Receiver Operating Characteristic (ROC)-Analyse wird bei einem Cut-off-Wert von >4 in 93 % der Fälle das Vorliegen mindestens einer Persönlichkeitsstörung richtig erkannt.

Eine Antwort von Nein entspricht einem Itemwert von 0, Vielleicht 1 und Ja 2.

Weitere Hintergrundinformationen zur Interpretation finden Sie im Testmanual, das für Sie im Therapeutenbereich hinterlegt ist.

© Schöttke/Lange/Imholz/Wiedl
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