EAT

Eating Attitudes Test

Der Eating Attitudes Test (EAT) ist ein Selbstbeurteilungsinstrument zur Erfassung von gestörtem Essverhalten.

Essstörungen neigen zur Chronifizierung und sind schwere, lebensbedrohliche Erkrankungen, die mit zahlreichen somatischen sowie psychischen Komorbiditäten einhergehen. Eine Aufgabe des Gesundheitssystems ist die Prävention durch Früherkennung von Essstörungen. Die frühzeitige Erkennung essstörungsrelevanter Symptome verbessert die Heilungschancen signifikant. Ein gestörtes Essverhalten (engl. disordered eating) („nicht normative Ernährungsmuster mit Auswirkung auf Gewicht und Gesundheitszustand“) liefert Hinweise zur Früherkennung. Ein gestörtes Essverhalten spiegelt sich in verschiedenen mit Essen und Gewicht assoziierten Symptomen wieder wie z. B. häufige Diäten, Essanfälle oder negative Emotionen gegenüber dem eigenen Körper. Einzelne Symptome können, auch wenn sie noch nicht das klinische Vollbild einer Essstörung erreichen, bei den Betroffenen starken Leidensdruck und Einschränkungen in der Lebensqualität hervorrufen. Klinische Essstörungen betreffen vor allem Mädchen und junge Frauen, Männer sind davon deutlich seltener betroffen. In der Allgemeinbevölkerung tritt ein gestörtes Essverhalten vermehrt sowohl bei Männern als auch bei Frauen unterschiedlicher Altersklassen auf. Epidemiologische Studien weisen in den letzten Jahren auf eine Zunahme der Prävalenz gestörten Essverhaltens hin.

EAT-26D

Die ursprünglich englischsprachige 40-Item lange Version des EAT von Garner und Garinkel wurde faktorenanalytisch auf 26 Items verkürzt und danach in eine deutsche Version (EAT-26D) übersetzt. Die 26-Item-Version (EAT-26D) weist sehr gute psychometrische Eigenschaften auf. Die von Garner et al. vorgeschlagene 3-faktorielle Struktur des EAT-26D mit den Skalen „Diäthalten“, „Bulimie und Beschäftigung mit Nahrungsmitteln“ und „Orale Kontrolle“ konnte in bisherigen Untersuchungen nicht repliziert werden.

EAT-13

Für ein Screening-Instrument wurde der EAT-26D verkürzt. Es wurde die faktorielle Struktur des EAT-26D ermittelt und mittels einer konirmatorischen Faktorenanalyse überprüft. Von den gefundenen 6 Faktoren fielen die 3 Faktoren:

  1. Bewusstsein für Nahrungsmittel
  2. Emotionale Auseinandersetzung mit Essen
  3. Beschäftigung mit der eigenen Figur

besonders auf. Sie wiesen die höchsten internen Konsistenzen, hohe Interkorrelationen der Subskalen und hohe Korrelationen der Subskalenwerte mit dem Gesamt-Summenwert auf. Aus den 13 Items der 3 Faktoren wurde die Kurzversion erstellt, die in der Summe inhaltlich gestörtes Essverhalten mit einer guten internen Konsistenz von Cronbachs α = 0,87 für die Mädchen und α = 0,80 für Jungen abbilden.

Der EAT-13 ist als Screeningverfahren sowohl für die Gruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen (14–29 Jahre) als auch für die Gruppe der Erwachsenen ( ≥ 30 Jahre) geeignet. Die ermittelten Gütekriterien des EAT-13 in Bezug auf die Messgenauigkeit (Reliabilität) sollten mindestens zufriedenstellend ausfallen (z. B. Cronbachs-alpha α ≥ 0,70).

Der EAT-13 ist ein ökonomisches Screeninginstrument zur Erfassung gestörten Essverhaltens als möglicher Prädiktor für Essstörungen mit sehr guten Gütekriterien. Er kann in unselektierten Stichproben für Männer und Frauen, sowie Jugendliche ab 14 Jahren gleichermaßen eingesetzt werden. Da der EAT-13 ein Selbstbeurteilungsinstrument ist, sollten die damit bestimmten Risikogruppen in einem zweiten Schritt mittels diagnostischer Interviews befragt werden.

EAT-8

Aus den 13 Items des EAT-13 wurde die Kurzversion EAT-8 erstellt. Obwohl seine Länge im Vergleich zum EAT-13 oder dem EAT-26D erheblich kürzer ist, erreicht der EAT-8 eine vergleichbare interne Konsistenz. Die konvergente Validität des EAT-8 mit SCOFF und ISR-E liegen in einem mittleren Bereich, dass darauf hin deutet, dass die Maßnahmen verschiedene Aspekte von Essstörungen bewerten können.


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Fragebogen


Die Items werden auf 6-stufigen Skalen beantwortet.

Bildschirmfoto vom EAT-26D-Fragebogen zum Beantworten für Ihren Patienten.

EAT-26D-Fragebogen

Auswertung


Für die Berechnung des Summenwertes des EAT-26D werden die Antworten der Kategorien „nie“, „selten“ und „manchmal“ mit null Punkten und die Antworten der Kategorien „oft“, „sehr oft“ und „immer“ mit einem bis 3 Punkten bewertet, wobei Item 25 recodiert wird (maximaler Punktwert: 78).

Die Berechnung des EAT-13 Summenscores erfolgt analog zum EAT-26D: Antworten auf den Kategorien „nie“, „selten“, „manchmal“ erhalten den Wert 0, die Antworten „oft“, „sehr oft“ und „immer“ die Werte 1, 2 und 3. Der Wertebereich des EAT-13 liegt zwischen 0 und 39 Punkten.

Der EAT-8 hat ein dichotomes Antwortformat (1 = „stimme eher zu“ und 0 = „stimme eher nicht zu“). Es wird ein Summenwert berechnet.

Sie bekommen in Ihrem Therapeutenbereich von Psydix.org folgende Auswertung vom Fragebogen des EAT angezeigt (Bildschirmfoto: EAT-Auswertung) und können diese zusätzlich als PDF-Datei zur Dokumentation im Praxisprogramm herunterladen.

Vorschau der EAT-Auswertung als PDF zum Durchsprechen mit Ihrem Patienten:

EAT-26D-Auswertung PDF Bildschirmfoto

Download: EAT-Auswertung als PDF-Datei.


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Interpretation


EAT-26D und EAT-13 unterteilen in geringes, mittleres und hohes Risiko für gestörtes Essverhalten.

Der EAT-8 hat die Grenzwerte 1,0 für Männer und 2,0 für Frauen.


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© David M. Garner, Ph.D. (1982)

Bildschirmfoto EAT-26D-Fragebogen
EAT-26D-Fragebogen
Bildschirmfoto EAT-26D-PDF-Auswertung
EAT-PDF-Auswertung