INQ

Interpersonal Needs Questionnaire

Der Interpersonal Needs Questionnaire (INQ) misst zwei zentrale Konzepte der „Interpersonal Theory of Suicidal Behavior“ (Deutsch: interpersonale Theorie suizidalen Verhaltens (ITSV)):

  1. Thwarted Belongingness
  2. Perceived Burdensomeness.

Thwarted Belongingness bezieht sich auf den Eindruck, nicht Teil einer wertgeschätzten Gruppe, einer Familie oder eines Freundeskreises bzw. von anderen entfremdet zu sein.
Perceived Burdensomenes beschreibt die subjektive Überzeugung, dass die eigene Existenz eine Last für Familie, Freunde oder die Gesellschaft darstellt.

Beide Konzepte werden in der ITSV als proximale Prädiktoren für suizidale Gedanken und Wünsche verstanden. Wenn zusätzliche Bedingungen erfüllt sind, können sie suizidales oder schwer selbstschädigendes Verhalten auslösen. Die bisherige Empirie stützt grundsätzlich die Annahmen der Theorie und die klinische Bedeutung der beiden Konstrukte.

Zur Erfassung der verschiedenen Komponenten der ITSV wurden zwei Fragebögen in englischer Sprache entwickelt. Dieser Interpersonal Needs Questionnaire (INQ) bildet zentralen Prädiktoren für Suizidwünsche („Desire for Suicide“) ab. Zur Erfassung der Capability for Suicide wurde die Acquired Capability for Suicide Scale (ACSS) entwickelt.

Es liegen Daten zu studentischen und klinischen Stichproben unterschiedlicher Zusammensetzung vor. Der INQ ermöglicht die Quantifizierung der oben genannten Konzepte der ITSV. Der INQ ist grundsätzlich in allen Altersgruppen einsetzbar. Die Erhebung dieser Konstrukte kann im Rahmen der Abschätzung des Suizidalitätsrisikos sinnvoll eingesetzt und grundsätzlich auch zur Veränderungsmessung genutzt werden.

Die Durchführung des Tests kann im Einzel- oder Gruppensetting erfolgen.


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Fragebogen


Der INQ besteht aus 15 Items. Die Items beginnen alle mit „Zurzeit…“ und sind 7 stufig skaliert von „trifft überhaupt nicht auf mich zu“ bis „trifft voll und ganz auf mich zu“.

Bildschirmfoto vom INQ-Fragebogen zum Beantworten für Ihren Patienten.

INQ-Fragebogen

Auswertung


Die Auswertung des INQ erfolgt durch Aufsummieren der angekreuzten Antwortoptionen und Dividieren durch die Anzahl der Items. Für die Skala „Thwarted Belongingness“ werden Items 7, 8, 10, 13, 14 und 15 umkodiert, da sie invers gepolt sind. Die resultierenden Skalenwerte können zwischen 1 und 7 variieren.

Sie bekommen in Ihrem Therapeutenbereich von Psydix.org folgende Auswertung vom Fragebogen des INQ angezeigt (Bildschirmfoto: INQ-Auswertung) und können diese zusätzlich als PDF-Datei zur Dokumentation im Praxisprogramm herunterladen.

Vorschau der INQ-Auswertung als PDF zum Durchsprechen mit Ihrem Patienten:

INQ-Auswertung PDF Bildschirmfoto

Download: INQ-Auswertung als PDF-Datei.


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Interpretation


Grundsätzlich stehen höhere Skalenwerte auf den Skalen „Perceived Burdensomeness“ und „Thwarted Belongingness“ für höhere Ausprägungen dieser beiden Konstrukte. Höhere Ausprägungen sprechen wiederum nach der ITSV und der bisherigen Evidenzlage für ein erhöhtes Risiko für Suizidgedanken und Suizidwünsche, die, wenn zusätzlich die erworbene Fähigkeit zum Suizid („Acquired Capability“) vorliegt, zu Suizidversuchen führen kann.

Die Interpretation der Werte im INQ sollte stets in Zusammenschau mit dem klinischen Bild des Patienten sowie weiteren Maßen zur Suizidrisikoabschätzung erfolgen.


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© Forkmann, T., Glaesmer, H. (2013)

Bildschirmfoto INQ-Fragebogen
INQ-Fragebogen
Bildschirmfoto INQ-PDF-Auswertung
INQ-PDF-Auswertung