Der Effort-Reward-Imbalance – Fragebogen zur Messung beruflicher Gratifikationskrisen (ERI) wird zur Gefährdungsbeurteilung psychosozialer Arbeitsbelastungen eingesetzt.
Wenn die beruflich geforderte Verausgabung („Effort“) und die Belohnung („Reward“) in einem Ungleichgewicht („Imbalance“) stehen, dann besteht ein Risiko für Herzerkrankungen und Depressionen.
Nach dem Modell beruflicher Gratifikationskrisen bildet verletzte Tauschgerechtigkeit zwischen Leistung und Belohnung den zentralen Stressor. Im Kern geht es um die Verletzung des Prinzips sozialer Reziprozität, indem von Beschäftigten erbrachte Vorleistungen vonseiten des Unternehmens nicht oder nicht angemessen mit Gegenleistungen entgolten werden.
In seiner Originalfassung enthält der ERI-Fragebogen die drei Skalen:
Anhand konfirmatorischer Faktorenanalysen wurde wiederholt bestätigt, dass diese Skalen das theoretische Konstrukt zutreffend abbilden.
In dem theoretischen Modell werden drei zentrale Gratifikationsdimensionen unterschieden:
Für den ERI wurde nachgewiesen, dass der Faktor „2. Belohnung“ („reward“) auf einer zweiten Analyseebene die drei theoretischen Gratifikationsdimensionen in Form von drei Subskalen abbildet:
Beim ERI-Fragebogen werden alle Items anhand einer vierstufigen Likert-Skala beantwortet: „stimme gar nicht zu“, „stimme nicht zu“, „stimme zu“ oder „stimme voll zu“.
Der ERI-Fragebogen zum Beantworten für Ihren Patienten.

Zur Auswertung des ERI wird für jede Skala ein Summenwert berechnet.
Sie bekommen in Ihrem sicheren Therapeutenbereich von PsyDix.org die folgende Auswertung vom Fragebogen des ERI angezeigt (Bildschirmfoto: ERI-Auswertung) und können diese zusätzlich als PDF-Datei zur Dokumentation im Praxisprogramm herunterladen.
Vorschau der ERI-Auswertung als PDF zum Durchsprechen mit Ihrem Patienten:

Download: ERI-Auswertung als PDF-Datei.
Bei der Interpretation des ERI gilt: je höher der Werte einer Skala, desto mehr Verausgabung, Belohnung bzw. Verausgabungsneigung wird indiziert.
Im Sinne des Arbeitsschutzes sind entsprechende Maßnahmen (Erhöhung der Belohnung oder Reduktion der Anforderungen) angezeigt, wenn sich ein für den Patienten gefährliches Ungleichgewicht innerhalb der drei Hauptbereiche zeigt. Die Auswertung der Subskalen im Bereich „Belohnung“ zeigt konkrete Anhaltspunkte für mögliche Verbesserungen.
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© Siegrist, J. (2012)