Die Borderline Symptom Liste 95 (BSL-95) ist eine Selbstbeurteilungsskala zur Erfassung des Ausmaßes der intrapsychischen Belastung von Borderline-Patienten. Sie basiert auf den Kriterien des DSM-IV, dem Diagnostischen Interview für Borderline-Störungen (DIB-R), Expertenmeinungen und Patientenaussagen. Sie erfasst den Schweregrad der Störung (dimensionale Diagnostik) und Veränderungen (Prozessdiagnostik).
Die BSL-95 besteht aus drei Teilen:
Aus 83 der 95 Items können 7 Subskalen gebildet werden:
Neben dieser Langform (BSL-95) gibt es die Kurzform (BSL-23).
Der BSL-95-Fragebogen zum Beantworten für Ihren Patienten.

Die Auswertung der BSL-95 erfolgt durch Berechnung einer Gesamtskala und der sieben Subskalen durch Aufsummieren der Itemwerte. In den Gesamtfaktor gehen alle 95 Items ein. 12 Items sind keiner Subskala zugeordnet. Aufgrund der unterschiedlich umfangreichen Subskalen (6-19 Items) werden Mittelwerte gebildet und die Prozentränge dargestellt. Zusätzlich wird die Gesamtbefindlichkeit (0-100 %) wiedergegeben. Die Antworten der Ergänzungsskala stehen am Ende der Auswertung.
In wissenschaftlichen Projekten hat sich die Verwendung des Mittelwertes etabliert.
Sie bekommen unter „Mein Therapeutenbereich“ die folgende Auswertung vom Fragebogen der BSL-95 angezeigt (Bildschirmfoto: BSL-95-Auswertung) und können diese zusätzlich als PDF-Datei zur Dokumentation im Praxisprogramm herunterladen.
Vorschau der BSL-95-Auswertung als PDF zum Durchsprechen mit Ihrem Patienten:

Download: BSL-95-Auswertung als PDF-Datei.
Für die Interpretation des BSL-95 existiert kein fester Cut-off-Wert, da die Normierungsstichprobe aus Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörungen besteht. Daher ermöglicht das Instrument keine Diagnose, sondern lediglich eine Einschätzung der Ausprägungsstärke der Störung anhand des Prozentrangs.
Die BSL-95 verwendet eine fünfstufige Likert-Skala, bei der 0 überhaupt nicht, 1 ein wenig, 2 ziemlich, 3 stark und 4 sehr stark entspricht. Ein Wert von 0 bedeutet kein Leiden, während ein Wert von 4 dem maximalen Leiden entspricht. Positiv formulierte Items werden umgepolt, sodass hohe Werte einem hohen Ausmaß an Leiden entsprechen. In der Auswertung werden für jede Dimension der Mittelwert des Leidens sowie der Prozentrang angegeben.
Der Prozentrang gibt an, unter welchen Top-% der Vergleichsgruppe (Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörungen) sich der Proband befindet. Ein hoher Prozentrang bedeutet somit ein höheres Ausmaß an Leiden im Vergleich zur Normierungsstichprobe.
Weitere Hintergrundinformationen zur Interpretation des BSL-95 finden Sie im BSL-95-Testmanual, das für Sie unter Mein Therapeutenbereich hinterlegt ist.
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© Bohus et al. Central Institute of Mental Health, Mannheim, Germany (2009)