Der Alcohol Use Disorders Identification Test (AUDIT) ist ein Screening-Verfahren, das Patienten mit hohem Alkoholkonsum identifiziert, bevor sich negative physische, psychische oder soziale Konsequenzen, die aus dem Konsum herrühren, einstellen. Es wurde anfang der 80er Jahre im Auftrag der WHO anhand einer Stichprobe aus 1.888 Patienten der ambulanten Versorgung aus insgesamt sechs Ländern: Australien, Bulgarien, Kenia, Mexiko, Norwegen und USA entwickelt.

Es werden unterschiedliche Versionen des AUDIT mit leichten sprachlichen Differenzen in Deutschland bei der Übersetzung verwendet. Die Version aus Lübeck ist gut validiert und Grundlage der Mehrzahl der verwendeten Evidenz.

Der AUDIT erwies sich in zahlreichen Studien als valides Screening-Instrument. Insbesondere spricht für seinen Einsatz, dass er auch in jüngeren Populationen sowie bei Älteren valide und reliabel ist. Der AUDIT wird in mehreren Leitlinien als Screening-Verfahren empfohlen.

Der AUDIT besteht aus zehn Selbstaussagen. Die ersten drei Fragen geben Aufschluss über Trinkmenge und -frequenz, die Fragen vier bis sechs behandeln Kriterien der Alkoholabhängigkeit und die Fragen sieben bis zehn thematisieren mögliche Probleme, die im Zusammenhang mit dem Alkoholkonsum auftreten können.

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Fragebogen

Screenshot vom AUDIT-Fragebogen zum Beantworten für Ihre Patienten.

AUDIT Fragebogen

Auswertung

Jeder Frage sind drei bis fünf Antwortmöglichkeiten zugeordnet. Insgesamt können null bis 40 Punkte erreicht werden.

Es wird ein Summenwert über alle Items gebildet. Für verschiedene Umstände / Zwecke werden entsprechende Cut-off-Werte in einer Tabelle dargestellt. Wenn ein entsprechender Cut-off erreicht ist, wird er rot hinterlegt.

Folgende Auswertung vom Fragebogen des AUDIT bekommen Sie in Ihrem Therapeutenbereich von Psydix angezeigt (Screenshot: AUDIT-Auswertung) und können diese zusätzlich als PDF-Datei zur Dokumentation im Praxisprogramm herunterladen (AUDIT-Auswertung als PDF-Datei).

Vorschau der AUDIT-Auswertung als PDF zum Speichern im Praxisprogramm:

AUDIT Auswertung PDF Screenshot

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Interpretation

Hinsichtlich des optimalen Cut-off-Wertes wurden diskrepante Ergebnisse ermittelt. Die WHO empfiehlt einen Cut-off-Wert von acht Punkten, der in einigen Untersuchungen bestätigt wurde. Andere Autoren empfohlen einen weitaus niedrigeren Cut-off-Wert von fünf Punkten. Die Empfehlungen müssen je Land validiert werden. Studien aus Deutschland belegen mehrfach, dass ein allgemeiner Cut-off von fünf zu empfehlen ist; bei Verwendung geschlechtsspezifischer Werte kann dieser auf vier für Frauen gesenkt werden. Die Befunde fanden sich sowohl für Daten aus der Allgemeinbevölkerung, Hausarztpraxen und Allgemeinkrankenhäusern als auch für die Störungsbilder riskanter Konsum, schädlicher/missbräuchlicher Konsum und Abhängigkeit stabil. Die Daten aus der Allgemeinbevölkerung legen eine Erhöhung des Cut-offs auf sechs Punkte bei der Identifizierung nahe, sofern eine höhere Spezifität gewünscht ist. Eine Studie aus dem Setting der Notfallambulanz fand für den AUDIT mit einem Cut-off von acht bei Männern und von fünf bei Frauen für die Identifizierung von Missbrauch und Abhängigkeit. Hier war jedoch riskanter Konsum nicht eingeschlossen.

Eine Absenkung beim AUDIT für Deutschland erscheint notwendig. Die größte Evidenz spricht für fünf bei Männern, für Frauen kann jeweils eine Absenkung auf vier Punkte sinnvoll sein. Bei Jugendlichen zeigt eine Studie in Schulen für den AUDIT, dass ein höhere Cut-off von sechs oder sieben Punkten angemessen sein kann.

Die Wahl des Cut-offs hängt mit der entsprechenden Zielsetzung zusammen und ob eher eine hohe Spezifität oder eine hohe Sensitivität gefordert wird.

Weitere Hintergrundinformationen zur Interpretation des AUDITs finden Sie im Testmanual, das im Therapeutenbereich für Sie hinterlegt ist.

© WHO - S3-Leitlinie „Alkohol bezogene Störungen“ – Anlage AUDIT LÜBECK
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